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Es war einmal im Jahre 2205. Oder es wird mal sein.

Meine aktuelle Lieblingsbeschäftigung: Häuser verschieben. Eine wirklich nette Funktion, abreißen und neu bauen, würde schließlich ständig Bewohner kosten und bis die wieder den gleichen „Entwicklungsstand“ haben wie vorher dauert es ja auch (und verbraucht unnötig Ressourcen).
An dieser Stelle sei auch noch angemerkt: manchmal ist es gut unvorbelastet zu sein. Mein letztes Anno liegt schon viele Jahre zurück. Es war das erste Anno, das auf den Markt kam. Damals habe ich es nicht wirklich viel gespielt und danach auch keinen weiteren Teil. Im Gegensatz zu all denen, die das Spiel also gerade bei Amazon verreißen, weil es anders ist, kann ich das ganz entspannt sehen, weil mir der Bezug zu den anderen Serienteilen fehlt.
Fakt ist: es ist das am besten aussehende Anno aller Zeiten. Gerade wenn man sich die Mühe macht herein zu zoomen erkennt man immer wieder nette Details (wie einen Eisbären in der Arktis). Auch die verschiedenen Ausbaustufen der Gebäude machen deutlich was her.
Vermutlich stimmt es, dass dieses Anno leichter ist als die alten Teile. Eine echte Konkurrenz gegen den Computer gibt es nicht und Kämpfe finden separaten Zonen statt und sind zudem meistens optional. Und trotzdem, gerade weil es nicht so komplex ist, macht es riesigen Spaß. Noch immer muss man schauen, dass man ausbalancierte Produktionsketten hat, dass die Bilanz positiv ist und dass alle Bewohner glücklich sind (also alle Bedürfnisse erfüllt werden). Da zu gehört eben auch der Zugang zur „U-Bahn“ (ja, das heißt anders, ich nenne das aber so) oder zum Informationszentrum. Schlimmstenfalls muss man also Häuser verschieben, weil man gerade mal wieder keinen Platz hat das entsprechende fehlende Servicegebäude an die richtige Stelle zu bauen. Da zu kommt noch die Energieknappheit, die man zu Beginn hat.
Richtig interessant wird es, wenn man die dritte Phase beginnt und auf dem Mond eine Kolonie gründet. Wenn die eigenen Bilanzen bislang sehr gut aussahen, sollte man sich spätestens jetzt wieder angewöhnen selbige im Auge zu behalten. Auf dem Mond sind die laufenden Kosten deutlich höher als auf der Erde. Vor allem der Transport von Gütern zwischen Mond & Erde kann ganz schnell einen 5 Stelligen Betrag an laufenden Kosten pro Produkt ergeben. Das macht die ganze Sache dann erst richtig interessant, weil man an dieser Stelle beginnt ständig zwischen den drei Regionen hin und her zu springen, Bedürfnisse zu erfüllen neue Häuser zu bauen und nebenbei gibt es ja auch noch die Sektorenprojekte, die einem nochmal einen Bonus geben.
Natürlich ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Eine echte Konkurrenzsituation mit dem Computer wäre sicher noch etwas spannender. Die Konfliktzonen sind auch ein Kritikpunkt. Anno hat noch nie viel auf militärische Konflikte gesetzt. Diese Konfliktzonen sind allerdings extrem langweilig, weil die Missionen alle gleich sind: nimm deine Schiffe (die Anzahl hängt von der militärischen Stufe ab, die man hat) und schieß den Gegner in Grund und Boden. Dabei muss man eigentlich nur die Mission Ziel-Gegner sich vornehmen. Alles anderen sind optional. Das mag beim ersten mal, noch halbwegs spannend sein. Nervt aber zunehmend, so dass man es nur macht wenn man muss. Ein Grund sind fehlende seltene Ressourcen, die man bei diesen Mission bekommt, der andere ist das Vorankommen in der Story. Diese schreibt leider an bestimmten Stellen vor, das man der Zone einen Besuch abstattet.
Insgesamt handelt es sich bei Anno 2205 allerdings um ein sehr gut gelungenes Spiel, dass es sehr gut schafft einen an den Bildschirm zu fesseln, weil es immer irgendetwas zu erledigen gibt.

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